Larissa
Hallo, ich bin Larissa und mittlerweile 32 Jahre alt.
Meine NF2-Reise begann im Jahr 2010. Bis dahin war ich einfach ein ganz normales, sportliches Mädchen. Ich habe leidenschaftlich Fußball gespielt und war voller Energie. Doch dann kamen plötzlich Rückenschmerzen. Erst schleichend, dann immer stärker.
Ich suchte ärztlichen Rat, doch die Diagnose lautete: Skoliose – eine leichte Wirbelsäulenverkrümmung. Zu leicht, um solche Schmerzen zu verursachen, hieß es. Aber die Schmerzen blieben. Und sie wurden schlimmer. Ich konnte kaum noch laufen, schlafen und verlor zunehmend den Appetit. Das Lebensgefühl schwand.
Ich suchte erneut Hilfe, doch wieder wurde alles auf die Skoliose geschoben oder auf meine Psyche.
Zwei Wochen später ging gar nichts mehr. Meine Eltern fuhren mit mir ins Krankenhaus. Ich sollte wieder nur mit Schmerzmitteln nach Hause geschickt werden. Doch meine Eltern haben auf eine stationäre Aufnahme bestanden. Zum Glück.
Nach einer erfolglosen Schmerztherapie wurde endlich ein MRT gemacht. Ich erinnere mich, wie endlos sich das anfühlte und wie sehr ich spürte: Da stimmt etwas nicht.
Die Diagnose kam wie ein Schock: Ein Tumor im Spinalkanal. Und viele weitere im ganzen Körper.
Noch im selben Jahr stellte ich mich in der Universitätsklinik Tübingen vor sie sind spezialisiert auf meine Erkrankung. 2010 verlor ich das Gehör auf dem linken Ohr. Das rechte folgte 2018.
Heute höre ich dank zweier Hirnstammimplantate wieder und kann weitgehend normal am Leben teilnehmen. Ich bin berufstätig, genieße Musik und bin trotz aller Hürden aktiv unterwegs.
„Ich dachte, ich bin gesund. Und dann hat es mich mit voller Wucht getroffen.“
Ich bin nicht NF2.
Die Krankheit ist ein Teil meines Lebens, aber sie definiert mich nicht.
Ich bin mehr als eine Diagnose. Und genau das möchte ich zeigen.
Ich nehme euch gerne mit auf meine Reise für mehr Sichtbarkeit, Hoffnung und Mut.